Hi, ich bin Bianca.

Lass den Hund dein Lehrer sein.

Biologiestudium, Hundezüchterin, Sachverständige für das LHundG NRW. Seit über 25 Jahren an der Schnittstelle von Tier und Mensch.

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Porträt von Bianca Stahl

Wer ich bin

Ich bin Bianca Stahl

Mein erstes Verhaltensexperiment habe ich mit sechs Jahren gemacht. Mein Großvater hatte behauptet, ein Bussard könne von ganz weit oben eine winzige Maus auf der Wiese erkennen, und das wollte ich überprüfen. Also verteilte ich Spielzeugmäuse im Gras und postierte mich unter dem Sonnenschirm. Es dauerte nicht lange, bis der Vogel auf eine Aufziehmaus hinabstieß – und kurz bevor er zugriff, merkte er offenbar, dass hier etwas nicht stimmte, drehte direkt vor mir ab und stieg wieder auf. Mein Großvater hatte recht gehabt, und ich hatte meine erste Erkenntnis: Man muss nachschauen, was tatsächlich Sache ist.

Ich nehme nichts ungeprüft hin, nur weil es alle sagen. Meine Lieblingsfragen sind bis heute:

Woher weißt du das? Warum? Wer sieht das so? Wozu?

In meiner Beschäftigung mit Tieren habe ich eine Sache begriffen: Die gängigen Ansätze im Training begründen das Tier über sein kognitives Lernverhalten. Das greift jedoch am tatsächlichen Zustand vorbei. Ein Beispiel? Die Annahme, Tiere lebten in Hierarchien. Diese Annahme stammt nicht aus der Natur, sie ist unsere historisch-soziale Interpretation.

Bei der Aufzucht von Wolfswelpen in meiner Studienzeit erkannte ich: Ein Gruppenmitglied, das der Gruppe längere Zeit ferngeblieben ist, wird bei der Rückkehr gemaßregelt. Das sieht nach Rangordnung aus, ist aber keine. Was hier stattfindet, ist eine Klärung. Hierarchie, wenn man sie überhaupt so nennen will, ist immer nur temporär und bezieht sich ausschließlich auf die Klärung dieser einen Situation.

Wer klärt, entscheidet sich dabei nicht über einen Rang, sondern über das entstandene Bedürfnis und seine persönliche Kompetenz. Wer die Situation überblickt, wer sie schon einmal erlebt hat, wer sie mit seiner Persönlichkeit tragen kann, der übernimmt. In Kompetenz fließen Erfahrung und Persönlichkeit ein, und daraus entwickelt jedes Tier über die Zeit seinen eigenen Klärungsstil. Wenn ein Individuum bestimmte Situationen immer wieder klärt, entsteht daraus über längere Zeit eine Rolle – und genau diese Rolle ist es, die wir Menschen hinterher betrachten und so interpretieren: Hierarchie. Voilà, wieder eine Vermenschlichung mit falschem Rückschluss.

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In meiner Familie spielte die Bewältigung der beiden Weltkriege und der Industrialisierung eine zentrale Rolle und spielt sie bis heute; meine Eltern, Großeltern und Urgroßeltern sind stark von der erlebten Enthumanisierung, der Vernichtung, der Verachtung, der Empathielosigkeit geprägt – so, wie alle Familien in Deutschland. Ich stelle mich gegen diese Vernichtung. Diesen Antrieb spürte ich als kleines Kind, und er ist bis heute ein Lebensmotiv. Ich möchte lösen helfen mit meinem Wissen und meiner Erfahrung, die sich weiterentwickeln.

Tief in die Welt der Hunde bin ich über meinen ersten Mann gekommen, der Jäger war und seinen Hund selbst ausbildete. Über ihn lernte ich Hundeführer, Züchter und Privatleute kennen, schaute mir an, wie sie trainierten, und probierte einiges an meinen Hunden aus. Davon funktionierte vieles mega, und vieles blieb übel – ich fragte mich warum.

Im Studium stand ich vor einer Entscheidung. Mein Abschluss war fast fertig, meine Kinder waren sehr klein, teilweise noch Baby. Auf der einen Seite lag ein Zeugnis, auf der anderen Seite lagen die ersten Lebensjahre meiner Kinder – WERTVOLLE Jahre. Ich habe mich für meine Kinder entschieden, und ich würde es jederzeit wieder tun!! Gewünscht hätte ich mir Rückhalt in meiner Familie, sodass es ein UND geworden wäre und nicht ein ODER. Aber gut, alles, was ich bin, verdanke ich mir selbst.

Was ich im Studium gelernt habe, ist mir nicht abhandengekommen. Ein Diplom ist ein Dokument; wissenschaftliches Arbeiten ist eine Praxis, und die habe ich ausgeübt, lange bevor ich jemals eine Hundeleine in beruflicher Absicht in die Hand genommen habe. Konkret sah das so aus: Ich habe für Bayer Crop Science in der Versuchstierkunde und in der Feldforschung gearbeitet. Ich habe Studien für Auftraggeber wie BASF aufgesetzt und mitgeführt, Projekte geleitet, Anträge geschrieben, mich in Versuchstierkunde weitergebildet und im internationalen Team eng mit der Tierschutzbeauftragten zusammengearbeitet, und, na klar, selbst „Feldarbeit" gemacht: gefangen, besendert, gefoggert, gebuddelt, gezählt, aufgebaut, analysiert. Dazu kam wissenschaftliche Arbeit im Naturschutz mit Bat-Detector und Co.

Aus dieser Zeit weiß ich, wie man eine Fragestellung so formuliert, dass sie überhaupt beantwortbar ist, wie ein Versuchsaufbau aussieht, der einer Prüfung standhält, und wie man Daten erhebt – glaube immer nur deinen eigenen Statistiken ;) Vor allem aber weiß ich, an welchen Stellen in dieser Kette eine Studie kippen kann – weil ich diese Stellen selbst verantwortet habe. Deshalb prüfe ich einfach gerne selbst nach. Und siehe da, meistens verbirgt sich ein komplexer Mechanismus.

Diese Arbeitsweise und Einstellung habe ich behalten und weitergeführt. Über zwei Jahrzehnte hinweg, außerhalb und innerhalb eines akademischen Betriebs. Dass mir dabei niemand ein Netz gespannt hat, ist im Rückblick kein Mangel gewesen. 2017 gründete ich Stahls Hunde.

Was es mir möglich macht, diese Arbeit auszuführen, kommt aber nicht nur aus dem Studium. Meine größten Lehrmeister sind meine Kinder und die Tiere! Beide haben eines gemeinsam: Sie können nicht höflich sein. Ein Kind, das etwas braucht, verpackt es nicht diplomatisch, und ein Hund, dem etwas fehlt, formuliert es nicht rücksichtsvoll um. Beide zeigen einfach, was ist – und stellen uns damit vor die Frage, ob wir bereit sind hinzusehen. Muttersein bringt uns an die Grenzen unseres Selbst, weil wir überfordert werden, und Überforderung ist immer eine Einladung. Unsere Kinder zeigen uns ihre Bedürfnisse und geben uns damit einen Schlüssel zu uns selbst. Sie lehren mich über sich – und lehren mich damit über mich. Die Tiere machen dasselbe, nur ohne Worte, was die Sache nicht einfacher macht.

Für Tiere kann ich überhaupt nur dann etwas tun, wenn ich den Menschen erreiche, denn Tiere sind uns hilflos ausgeliefert: unserem Ausnutzen und unseren falschen Interpretationen. Der Hund wird immer noch als Arbeitstier genutzt, vor allem aber als Bindungspartner, und teilt darin das Schicksal vieler anderer Haustiere. Indem wir Tiere für unsere eigenen Bedürfnisse verwenden, OHNE ihr Tiersein zu respektieren, verachten wir sie.

Wenn ich meine Arbeit gemacht habe, dann habe ich genau dort etwas verändert: Dann habe ich das Tier in seinem Tiersein belassen und den Menschen in seinem Menschsein.

Hunde spiegeln uns unser eigenes Verhalten und geben uns damit einen Blick in uns selbst – so, wie man in einen Vulkankrater schaut, der den direkten Blick ins Erdinnere freigibt.

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Alles, was ich bis hierher beschrieben habe, bleibt Theorie, wenn es nicht irgendwo gelebt wird. Bei mir wird es das ganz konkret – von Onlinekursen über persönliches Training bis zu meiner eigenen Zucht. Und es kommt noch mehr.

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Bianca Stahl beim Training mit Hunden

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Zucht

Jagdhunde, die im echten Leben ausgewählt werden statt am Reißbrett: Rauhaar- und Langhaardackel sowie Gordon Setter, aufgewachsen mitten im Familienverband. Am wichtigsten sind mir dabei die Mütter – und eine Bindung, die beim Welpen beginnt, lange bevor er bei dir einzieht.

Hund bei der Sachkundeprüfung

Sachkundetest online Bald

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Hunde beim gemeinsamen Spiel

Membership Bald

Dauerhafte Begleitung statt einmaliger Termine. Für alle, die kontinuierlich an der Beziehung zu ihrem Hund arbeiten wollen – hier gebe ich weiter, was ich in über zwei Jahrzehnten begriffen habe.

Alles dazu findest du auf stahls-hunde.de →

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